Prof. Dr. rer. nat. Tom Lahmer

Welchen Beruf haben Sie?
Juniorprofessor für Mathematik an der Bauhaus-Universität Weimar mit Schwerpunkten in Optimierung und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Das Erläutern komplexer Sachverhalte, sodass diese auch für »Nichtmathematiker« verständlich sind. Des Weiteren gibt es in der Tätigkeit eines Forschers gelegentlich immer mal gewisse »aha«-Effekte, wenn man Dinge versteht oder sich erklären kann, die lange ein Buch mit sieben Siegeln waren. Das sind Momente, die Wissenschaftler besonders freuen.


Was hat Sie als Kind besonders interessiert zu entdecken oder zu erforschen?

Fragen aus der Erdkunde, speziell dem Klima. An welchen Anzeichen des Wetters kann ich heute erkennen, ob es morgen sonnig bleibt, regnet oder gar schneit (Ich bin ein großer Wintersportfreund, sodass speziell die letzte Frage für mich immer sehr wichtig war). Nach wie vor verfolge ich regelmäßig das Wetter von Urlaubsorten über Webcams und übe mich in der eigenen Wettervorhersage.

Welchen bekannten (vielleicht auch schon verstorbenen) Menschen würden Sie unbedingt persönlich kennenlernen wollen und warum?
Generell solche Menschen, Forscher oder Künstler, die über ihren Tellerrand blicken konnten und sich zeitgleich mit vielen verschiedenen Themen beschäftigt haben, z.B. Leonardo Da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe oder Alexander von Humboldt. Dieses universelle Können und Denken wird in unserer komplexen Welt immer wichtiger werden. Heutzutage wird von Interdisziplinarität  gesprochen und von allen gefordert. Nur wenige sind wirklich gut darin.

Haben Sie selbst wissbegierige Kinder?

Ja, zwei. Der erste (3,5 Jahre) ist so wissbegierig, dass er für seinen kleinen Bruder (1Jahr) alles mit fragt. Wenn ich ihm etwas erzähle, antworte ich schon automatisch auf die sich garantiert anschließende »Warum«-Frage.

Warum halten Sie eine Vorlesung an der Kinderuni?
Ich denke, es ist wichtig, die spannenden Themen, die an einer Universität diskutiert werden, Schülern zu zeigen, weil es einerseits eine Motivation für die Schüler sein kann, sich jahrelang durch möglicherweise trockene Materie durchzuarbeiten. Andererseits fehlten mir persönlich als Schüler oft Ideen und Perspektiven, wo das Gelernte im Berufsleben später mal Anwendung finden kann. Hier sind alle Erwachsenen gefragt, die einen spannenden Beruf haben, jungen und engagierten Schülern Einblicke in ihre Tätigkeiten zu geben.